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Von der Bezirksliga zur Hamburger Meisterschaft

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    Wie der ETSV Hamburg 2026 Hamburger Meister wurde

    Manchmal braucht es einen Moment, um zu verstehen, was eigentlich passiert ist.

    Der ETSV Hamburg ist Hamburger Meister 2026.

    Nicht irgendein Verein. Nicht irgendeine Saison. Sondern ein Verein aus Billwerder, Bezirk Bergedorf, der sich innerhalb weniger Jahre von der Bezirksliga bis an die Spitze der Hamburger Oberliga gearbeitet hat.

    Und wer verstehen will, was dieser Titel bedeutet, muss ein paar Jahre zurückblicken.

    2021 Bezirksliga.
    2022 Bezirksliga-Meister.
    2023 Landesliga-Meister.
    2026 Hamburger Meister.

    Der Anfang einer außergewöhnlichen Reise

    Als die Geschichte 2021 begann, spielte der ETSV noch in der Bezirksliga. Was danach folgte, liest sich heute beinahe wie ein Drehbuch.

    2021/22: Meister der Bezirksliga.

    2022/23: Meister der Landesliga Hansa und damit der direkte Durchmarsch in die Oberliga.

    Zwei Meisterschaften in zwei Jahren. Zwei Aufstiege. Aus dem Bezirksligisten wurde innerhalb kürzester Zeit ein Oberligist.

    Doch der Schritt in die fünfte Liga war kein Selbstläufer. Es war harte Arbeit. Es waren und sind Menschen, die den Weg über Jahre begleitet, Entscheidungen getroffen, Mannschaften zusammengestellt, Spieler überzeugt und Strukturen geschaffen haben. Trainer und Funktionäre, Teammanager und Betreuer, Sponsoren und Helfer – Menschen, die oft im Hintergrund arbeiten und trotzdem einen entscheidenden Anteil daran haben, dass aus einer Idee irgendwann Realität wird.

    Einer dieser Menschen ist Sascha Huremovic, der seit 2021 als Teammanager an der Seite der Mannschaft stand. Und auch die Trainerteams, die den sportlichen Weg geprägt haben, gehören zu dieser Geschichte. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass der ETSV den nächsten Schritt gehen konnte.

    Der Aufstieg in die Oberliga 2023 war dabei eine besondere Zäsur. Plötzlich war der ETSV dort angekommen, wo viele Jahre zuvor kaum jemand mit ihm gerechnet hatte.

    Nach dem Aufstieg in die Oberliga wurde die Mannschaft nahezu komplett neu aufgebaut. 17 Spieler verließen den Verein. Der ETSV musste sich in einer Liga behaupten, in der plötzlich Mannschaften wie Dassendorf, Altona, Victoria oder Eimsbüttel warteten.

    Und trotzdem blieb die Entwicklung nicht stehen.

    In der ersten Oberliga-Saison ging es zunächst darum, anzukommen. Und doch wurde man sensationell dritter Platz. Ein Jahr später landete der ETSV auf Platz fünf.

    Und dann kam die Saison 2025/26.

    Die Saison, in der aus einem Aufsteiger von einst ein Hamburger Meister wurde. Eine Saison, die von Anfang an anders war

    Der ETSV startete mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit. Doch niemand konnte zu diesem Zeitpunkt wissen, welche Geschichte diese Mannschaft am Ende schreiben würde. Sportlich war schnell zu erkennen: Der ETSV wollte mehr.

    Die Mannschaft spielte offensiven, mutigen Fußball und entwickelte sich zu einer der torgefährlichsten Mannschaften der Liga. Am Ende standen 126 erzielte Tore zu Buche.

    Dazu nur 27 Gegentore. 26 Siege, fünf Unentschieden und lediglich drei Niederlagen bedeuteten am Ende: 83 Punkte. Und damit Platz eins.

    Aber die Tabelle erzählt nur einen Teil der Geschichte. Denn diese Saison hatte auch ihre dunklen Momente.

    Eine Mannschaft muss zusammenrücken

    Im Winter traf den ETSV ein schwerer Schicksalsschlag. Kapitän Sebastian Hertner kam bei einem tragischen Unfall ums Leben.

    Sebastian war nicht nur Kapitän dieser Mannschaft. Er war Führungsspieler, Mitspieler und Teil der Gemeinschaft.

    Der Verlust hat den Verein und die Mannschaft tief getroffen. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit zeigte sich, was eine Mannschaft ausmacht. Sie spielte weiter. Sie rückte zusammen.

    Und sie trug ihren Kapitän in Gedanken mit auf den Platz. Auch das gehört zur Geschichte dieser Meisterschaft.

     

    Als plötzlich alles auf der Kippe stand

    Und dann kam der nächste Rückschlag. Während die Mannschaft sportlich um die Meisterschaft und den möglichen Aufstieg in die Regionalliga spielte, geriet die wirtschaftliche Grundlage der Liga-Mannschaft ins Wanken.

    Der wichtigste Sponsor fiel weg. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Tabellenplätze, Tore und Punkte. Die Frage war: Wie geht es überhaupt weiter?

    Der ETSV verzichtete schließlich auf die Meldung für die Regionalliga. Sportlich hatte sich die Mannschaft den Weg nach oben erarbeitet. Doch wirtschaftlich war dieser Schritt nicht darstellbar.

    Ein bitterer Moment. Denn eigentlich sollte diese Saison die nächste Stufe der Reise werden. Stattdessen musste der Verein akzeptieren, dass der Aufstieg in die Regionalliga nicht möglich sein würde.

     

    Und trotzdem: weitermachen.

    Vielleicht ist genau das der Moment, der diese Meisterschaft so besonders macht. Denn die Mannschaft hätte allen Grund gehabt, den Kopf hängen zu lassen. Den Kapitän verloren. Der Aufstieg vom Tisch. Die Zukunft der Mannschaft plötzlich unsicher.

    Doch auf dem Platz blieb der ETSV der ETSV.

    Weiterarbeiten. Weiterkämpfen. Weiter gewinnen.

    Die Mannschaft ließ sich nicht auseinanderbrechen. Im Gegenteil. Sie spielte weiter um den Titel.

    Und je näher das Saisonende rückte, desto größer wurde die Chance, dass diese außergewöhnliche Spielzeit zumindest mit einer Sache enden würde, die niemand mehr nehmen konnte: der Hamburger Meisterschaft.

    10. Mai 2026 – der Tag, an dem Geschichte geschrieben wurde

    Dann kam der 10. Mai. Der ETSV reiste zum HEBC.

    Ein Punkt Vorsprung hätte am Ende reichen können. Doch die Mannschaft wollte offenbar keine Zweifel aufkommen lassen.

    HEBC – ETSV Hamburg 0:4.

    Yannick Siemsen brachte den ETSV früh in Führung. Erolind Krasniqi erhöhte. Nick Selutin machte kurz vor der Pause das 3:0. Und in der Nachspielzeit setzte erneut Krasniqi den Schlusspunkt.

    4:0. Auswärts. Im entscheidenden Spiel. Der ETSV war Hamburger Meister. Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte.

    Krasniqi und 48 Tore

    Einer der Namen dieser Saison steht dabei zwangsläufig über allem: Erolind Krasniqi.

    48 Treffer erzielte der Stürmer in der Oberliga.

    Damit wurde er Torschützenkönig und war einer der entscheidenden Faktoren für die außergewöhnliche Saison.

    Doch diese Meisterschaft war nie die Geschichte eines einzelnen Spielers. Sie war die Geschichte einer Mannschaft.

    Von Spielern, Trainern, Betreuern und allen Menschen, die hinter dieser Mannschaft stehen. Von denen, die auf dem Platz alles gegeben haben.

    Und von denen, die daneben dafür gesorgt haben, dass Fußball in Billwerder überhaupt möglich ist.

     

    126 Tore für den Meister

    Am Ende stehen Zahlen, die für sich sprechen:

    34 Spiele

    26 Siege

    5 Unentschieden

    3 Niederlagen

    126 Tore

    27 Gegentore

    83 Punkte

    Eine Saison, in der der ETSV nicht nur Meister wurde. Sondern der Liga seinen Stempel aufdrückte.

    Vom Dorfverein zum Hamburger Meister

    Und damit sind wir wieder am Anfang. Der ETSV Hamburg ist ein Verein aus Billwerder.

    Ein Verein mit einer langen Geschichte, gegründet 1924. Ein Verein, der am Mittleren Landweg zuhause ist. Ein Verein, der nicht von riesigen Strukturen lebt, sondern von Menschen, die ihren Verein tragen.

    Genau das macht diese Entwicklung so besonders. Vor wenigen Jahren Bezirksliga. Dann zwei Meisterschaften und zwei Aufstiege.

    Oberliga. Top fünf. Und jetzt: Hamburger Meister 2026.

    Die dritte Meisterschaft innerhalb von fünf Jahren.

    Ein Titel, der nicht über Nacht entstanden ist.

    Er ist das Ergebnis von Jahren voller Arbeit, Entwicklung, Rückschläge, Entscheidungen, Zusammenhalt und Leidenschaft.

     

    Der Zug hat keine Bremse. Vielleicht hätte diese Saison gar kein passenderes Motto haben können.

    Denn mehrfach sah es so aus, als würde dieser Zug langsamer werden.

    Nach dem Verlust des Kapitäns. Nach dem Aus des Regionalliga-Traums. Nach den finanziellen Problemen. Doch die Mannschaft blieb auf Kurs. Sie fuhr weiter.

    Und am Ende kam sie dort an, wo sie noch nie zuvor gewesen war: ganz oben in Hamburg.

    Der ETSV Hamburg ist Hamburger Meister 2026.

    Für die Tabelle ist das eine Zeile. Für den Verein ist es ein Stück Geschichte. Für Billwerder und Bergedorf ist es ein Titel.

    Und für alle, die diesen Weg begleitet haben, ist es der Beweis: Der Zug hat keine Bremse.

    ETSV Hamburg – Hamburger Meister 2026.