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Halt, Stopp, jetzt sprechen...

...Daniel Witt & Robert Demir über den neuen ETSV

Artikel vom 4. September 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Zahlreiche Spieler haben den ETSV im Sommer verlassen, ein nahezu komplett neuer Kader musste zusammengestellt werden. Für die neuen Macher am Mittleren Landweg, Daniel Witt und Robert Demir, war es damit gleich zu Beginn ihrer Amtszeit eine besondere Herausforderung. Viele Spieler kannten sich vor der Saison überhaupt nicht – trotzdem startete der ETSV überraschend stark, blieb lange ungeschlagen und ist auch im Pokal weiterhin dabei.

    Zuletzt gab es allerdings zwei Niederlagen in Folge. Vor dem Auswärtsspiel bei Altona 93 sprechen Daniel und Robert über Zweifel im Sommer, fünf verschossene Elfmeter, die Entwicklung der neuen Mannschaft und darüber, wo der ETSV am Ende der Saison stehen soll.

     

    Fast alle Spieler weg, eine Mannschaft komplett neu aufgebaut: Hand aufs Herz – gab es irgendwann im Sommer den Moment, in dem ihr dachtet: „Was haben wir uns da eigentlich vorgenommen?“

    Natürlich gab es zwischendurch Momente, in denen wir uns gefragt haben, ob wir uns nicht ein bisschen zu viel vorgenommen haben. Schließlich haben wir nicht nur einige Spieler ausgetauscht, sondern eine nahezu komplett neue Mannschaft aufgebaut. Viele Spieler kannten sich vorher überhaupt nicht und mussten sich zunächst einmal finden.

    Trotzdem waren wir von unserem Weg überzeugt. Bei der Zusammenstellung haben wir großen Wert darauf gelegt, dass es nicht nur fußballerisch passt, sondern auch menschlich und von der Mentalität her. Uns war von Anfang an klar, dass dieser Prozess Zeit braucht und nicht sofort alles funktionieren kann.

    Deshalb war der Gedanke weniger: „Was haben wir uns da angetan?“, sondern vielmehr: „Wie schaffen wir es, aus vielen guten Einzelspielern eine echte Mannschaft zu formen?“

    Wir sind auf einem guten Weg, aber dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Daran arbeiten wir konsequent weiter.

     

    Der neue ETSV ist, für viele überraschend, gut in die neue Saison gestartet. Was war euer größter Aha-Moment: „Okay, das kann mit dieser Mannschaft tatsächlich funktionieren“?

    Den einen Aha-Moment gab es für uns eigentlich nicht. Wir wären diese Aufgabe nicht angegangen, wenn wir nicht von unseren Fähigkeiten und unserem gemeinsamen Weg überzeugt gewesen wären.

    Vielmehr hat uns die Entwicklung in den ersten Wochen bestätigt: Das kann mit dieser Mannschaft funktionieren.

    Gemeinsam mit dem Trainerteam, dem gesamten Staff sowie der Unterstützung des Vorstands und unserer großartigen Fans haben wir bereits etwas Tolles aufgebaut. Jetzt sehen wir, dass diese Arbeit nach und nach Früchte trägt. Darauf können alle Beteiligten stolz sein.

     

    Zuletzt zwei Niederlagen hintereinander in der Liga. Was nervt euch daran mehr: die Ergebnisse – oder etwas, das ihr auf dem Platz gesehen habt?

    Um ehrlich zu sein, stören uns vor allem die Ergebnisse, weil sie die gezeigten Leistungen und die tatsächliche Qualität unserer Mannschaft nicht widerspiegeln.

    Hinzu kommt momentan auch fehlendes Spielglück: Fünf verschossene Elfmeter in den vergangenen Spielen – so etwas haben wir noch nie erlebt.

    Gleichzeitig dürfen wir nicht alles auf Pech schieben. Auch individuelle Fehler haben ihren Anteil an den Ergebnissen. Das gehört bei einer jungen Mannschaft zum Entwicklungsprozess. Entscheidend ist, dass wir daraus lernen und solche Situationen künftig besser lösen.

    Wir haben eine junge, qualitativ sehr gute Mannschaft, von deren Fähigkeiten und Entwicklung wir absolut überzeugt sind.

     

    Wo seht ihr aktuell noch das größte Potenzial? An welchen Stellschrauben wird im Hintergrund gerade noch gearbeitet?

    Das größte Potenzial steckt aus unserer Sicht in der Mannschaft selbst. Viele Spieler sind noch jung, das Team ist neu zusammengestellt und längst nicht am Ende seiner Entwicklung.

    Jetzt geht es darum, die vorhandene Qualität Schritt für Schritt herauszukitzeln und die Mannschaft auf das nächste Niveau zu bringen.

    Im Hintergrund arbeiten wir kontinuierlich an den sportlichen Abläufen und den organisatorischen Strukturen – sowohl innerhalb der Mannschaft als auch in ihrem direkten Umfeld. Dabei stimmen wir uns eng mit dem Trainerteam, dem gesamten Staff und allen weiteren Verantwortlichen ab.

    Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und ist eine wichtige Grundlage für unsere weitere Entwicklung.

     

    Und jetzt ganz konkret: Wo muss der ETSV am Ende der Saison stehen, damit ihr beide sagt: „Ja, das war ein erfolgreicher erster Schritt mit dieser neuen Mannschaft“?

    Wo unser Weg in dieser Saison tatsächlich hinführen kann, werden wir nach Abschluss der Hinrunde realistischer einschätzen können.

    Angesichts des nahezu vollständigen Neuaufbaus der Mannschaft wäre ein gesicherter Mittelfeldplatz am Saisonende für uns ein erfolgreicher erster Schritt.

    Entscheidend ist, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben und die Mannschaft gleichzeitig sichtbar weiterentwickeln.

    Wenn uns das gelingt, haben wir unsere Aufgabe in dieser ersten Saison sehr gut erfüllt.

    Jetzt gilt der Fokus aber erst einmal Altona 93 – dort wird uns wieder alles abverlangt werden. Wenn wir Woche für Woche liefern und unsere Leistung auf den Platz bringen, müssen wir uns um das Saisonende keine Sorgen machen.